Alles gelernt!
Lesen und Schreiben, Fremdsprachen, Zählen, Rechnen, anatomische Fachbegriffe – gelernt, abstraktes und logisches Denken – gelernt. Aggressives oder liebevolles Verhalten: mindestens teilweise gelernt. Sabbern, wenn ein Glöckchen läutet – nun, die Konditionierungen des Menschen sind andere, aber Hunde können das durchaus lernen.
Tatsächlich ist Lernen ein ganz basaler Vorgang, sogar eine unvermeidliche Folge von Wahrnehmung. Grund genug, ihm ein ganzes Thema zu widmen, denn es gibt die unterschiedlichsten Formen des Lernens: Das kognitive, das Eins und Eins zusammenzählt und mit dem sich Christian Wolf auseinandersetzt. Oder das soziale Lernen, das Franziska Badenschier als ungemein schlaue und schnelle Form des Lernens beschreibt.
Dass eine solch grundlegende Fähigkeit einen so schlechten Ruf hat, erstaunt. Doch denken wir an Lernen, erinnern wir uns zumeist an drögen Lernstoff und durchgepaukte Nächte. Dass die Hirnforscher von der Lust am Lernen sprechen, erscheint Lehrern und Schülern oft wie ein Missverständnis. Daher stellt sich auch die Frage, inwieweit die biologische Theorie und die praktische Didaktik miteinander kommunizieren. Diesem Thema widmen wir zwei Beiträge.
Mehr über die physiologischen Vorgänge des Lernens finden Sie übrigens beim Thema Gedächtnis.